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Geschichte der Lukaskirche

Die Lukaskirche ist das Zentrum der Gemeinde im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf. Ursprünglich gehörte Volkmarsdorf zum Gemeindeverband Schönefeld und wurde von dort aus kirchlich betreut. Durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und das damit verbundene rasche Bevölkerungswachstum entwickelte sich Volkmarsdorf zum Arbeitervorort Leipzigs. 1890 war es zunächst eingemeindet worden, ein Jahr später jedoch war die Zahl der Einwohner so angestiegen, dass man die Gründung einer eigenständigen Gemeinde und den Bau einer geräumigen Kirche beschloss. Am 9. September 1891 fand auf dem Volkmarsdorfer Marktplatz die Grundsteinlegung statt; in einem Festgottesdienst zu Judika 1893 wurde die Kirche eingeweiht und nach dem Evangelisten Lukas genannt. Zur Volkmarsdorfer Gemeinde gehörten nach Fertigstellung der Kirche etwa 18.000 Mitglieder.

» Bau und Gestalt
» Innere und äußere Gestaltung
» Geläut und Orgel
» Veränderungen in Kirche und Gemeinde

Bau und Gestalt

Front: :Querschnitt

Mit den Bauplanungen wurde der zu seiner Zeit sehr bekannte und erfolgreiche Architekt Julius Zeißig beauftragt:
Die äußere Form und die innere Gestaltung der monumental und dennoch schlicht wirkenden Kirche sind vom ausgehenden Historismus geprägt. Das offene, hallenartige Kirchenschiff, auf beiden Seiten durch fünf große Fenster erhellt, öffnet sich dem dreiseitig geschlossenen, schlichten Chorraum. Dessen linker Anbau diente als Trau- und Taufkapelle bzw. als Unterrichtsraum für Konfirmanden, im rechten Anbau ist die Sakristei untergebracht. Der von einem Spitzhelm bekrönte 71 m hohe Turm ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Stadtteils.

Innere und äußere Gestaltung

Einen besonderen und unter Leipziger Kirchen einmaligen Schmuck stellen die fünf szenischen Fliesenbilder in den geschmückten Bogenfeldern der Eingänge dar, deren Entwürfe von Erhard Lieberstein, Professor an der Leipziger Kunstakademie stammen und die von der Firma Villeroy & Boch in Dresden-Neustadt gefertigt wurden. Im damaligen Antrag des Kirchenvorstandes auf finanzielle Unterstützung für die künstlerische Ausführung der Bilder durch die Kirchenleitung in Dresden heißt es:


"Es ist gewiss, dass dadurch in unserem armen, von der Kunst noch wenig berührten Vorort von all den tausend Arbeitern, die täglich mehrmals an dem zentral liegenden Gotteshaus vorüber gehen müssen, gar manche in Herz und Gemüt bewegt und erhoben werden und somit aus der Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit gegen alles Ideale heraus und zum Frieden und zur Genügsamkeit hingeführt werden."

Über dem Haupteingang ist Christus mit einer einladenden Handgeste zu sehen, in der Umschrift heißt es:

"Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!"

Über den Seiteneingängen sind Werke der Barmherzigkeit am Nächsten dargestellt und mit Versen aus dem Evangelium des Matthäus unterschrieben.

Das Innere des Kirchenschiffs ist stark durch die freitragende, ursprünglich mit Farbe und Gold abgesetzte Holzdecke geprägt; hölzerne Emporen, Gestühl und Wandpanele fügen sich zu einem wirkungsvollen Ganzen. Ein Rosettenmuster überzog teppichartig die Wände und Decken der Choranbauten.
Das große Fenster im Altarraum, gefertigt von der Zittauer Firma Türcke & Schlein, bildet zweifellos den Blickpunkt des Innenraumes: In vier spitzbögigen Öffnungen sind die Evangelisten dargestellt, den übrigen Raum füllt eine ornamentale Rose mit dem Bild des erhöhten Christus in der Mitte.

Die ehemals prächtige und aufwändige Innengestaltung lässt sich heute kaum noch erahnen. Ursache hierfür sind zum einen die Luftangriffe gegen Ende des 2. Weltkrieges: Der Turm wurde beschädigt, ein Drittel der Kirchenfenster zerschlagen und eine Tür schwer getroffen, viele Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe der Kirche wurden zerstört. Zum anderen blieb auch durch die Umbauten nur wenig von der originalen Ausstattung erhalten.

Geläut und Orgel

Bis 1914 hingen im Turm drei Bronzeglocken (Töne a, d und f), zwei von ihnen mussten die im Zuge der Vorbereitungen des 1. Weltkrieges abgegeben werden. 1924 wurde ein neues Geläut mit drei Stahlglocken geweiht.
Heute wie damals werden die Glocken im Turm der Lukaskirche manuell geläutet. Der Einbau einer automatischen Läutanlage ist angedacht.

Die Firma Rühlmann in Zörbig baute im Jahre 1893 die pneumatische Orgel mit 32 Registern, 2 Manualen, Pedal und neugotischem Prospekt. 1936 und 1939 wurde die Orgel durch die Firma Jehmlich in Dresden stark verändert.
Eine Reparatur der seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr bespielbaren Orgel ist überfällig; ein Positiv eines Tauchaer Hobby-Orgelbauers begleitet heute die Gemeinde im sonntäglichen Gottesdienst.

Veränderungen in Kirche und Gemeinde

Fünf Jahre nach Kriegsende wurden die stark beschädigten Kirchenfenster neu verglast, 1957 konnte der reparaturbedürftige Turm ausgebessert werden.
Nachteilig auf die Innenausstattung der Lukaskirche wirkten die Umbauarbeiten ab 1964 unter Leitung von Kirchenbaurat Dr. Gerhart Pasch: Die hölzerne Ausstattung des Altarraumes und der vordere Teil der Kirchenbänke im Kirchenschiff wurde entfernt, ebenso die Kanzel und der Altar, beide aus der Erbauungszeit stammend. Die Altarplatte fand beim Bau des neuen, schlichten Altartisches Verwendung. Der so umgestaltete Altarraum konnte nun für kleinere Gottesdienste genutzt werden. Bei den letzten Renovierungsarbeiten ist auch die Fassung der Decke vereinfacht worden.
In den 80er Jahren veränderte sich das Stadtbild um die Kirche sehr stark: Die noch vom Krieg beschädigten drei- und viergeschossigen Wohnhäuser wurden abgerissen und durch die Plattenbauten in typischer DDR-Ästhetik ersetzt. An diese Zeit soll das aus einem Abrisshaus neben der Kirche stammende Balkenkreuz im Altarraum erinnern. Durch Weg- und Zuzüge änderte sich die Bevölkerungsstruktur des Stadtteils vollkommen; mit Öffentlichkeitsarbeit und missionarischer Tätigkeit konnte man dem starken Verlust an Gemeindegliedern kaum begegnen. Die Gemeindegliederzahl von anfänglich 18.000 und zur Zeit des 1. Weltkriegs 10.000 bis 15.000 mutet geradezu gigantisch an - heute hat die Lukasgemeinde etwa 350 Mitglieder.

Für die notwendigsten Arbeiten an der Lukaskirche wurden Gelder bewilligt, sodass der Eingangs- und der Bereich der rechten Orgelempore instand gesetzt, der Fußboden überarbeitet und eine neue Heizungsanlage eingebaut wird.
Im Gegensatz zur Emmauskirche war und blieb die Lukaskirche immer mehr eine Kirche als ein Gemeindezentrum, auch bedingt durch die Möglichkeiten im Gemeindehaus in der Juliusstraße. Seit vielen Jahren bietet die Lukaskirche dem nicht nur in Leipzig bekannten » amici musicae, Chor und Orchester, Leipzig Raum zu Probe und Aufführung.


25.04.2015 | emm@uslukasweb v5.102.1
Inhalt: Kirchenvorstand | Gestaltung: Tim D. Domigall

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